Frankfurt
Di, 26.04.2011
Daten, Fakten, Zahlen
Bildung und Wissenschaft
Wissenschaft
Frankfurt am Main besitzt eine jahrhundertealte Tradition als Standort für Wissenschaft und Forschung. In Frankfurt begründete der spätere Nobelpreisträger Paul Ehrlich im 19. Jahrhundert die Chemotherapie, hier entdeckte Alois Alzheimer die nach ihm benannte Gehirnerkrankung.
Bis heute gehört die Region Frankfurt/Rhein-Main mit über 100 Forschungseinrichtungen zu einem der zentralen Plätze für Wissen und Forschung in Deutschland. Institutionen wie das chemotherapeutische Forschungsinstitut Georg-Speyer-Haus an der Uniklinik mit seinen Arbeiten zur Bekämpfung der Immunkrankheit Aids besitzen Weltruf, ebenso wie das seit 2005 bestehende Diagnostikzentrum für akute Leukämie der Universität Frankfurt.
Forschungsschwerpunkte in Frankfurt bilden die Bereiche Wirtschaft und Finanzen sowie Geisteswissenschaften. Außderm ist Frankfurt eine der ersten Adressen für Medizinforschung und Biowissenschaften.
Wissenschaftliche Einrichtungen
Zu den bedeutendsten der circa 70 Forschungseinrichtungen in Frankfurt gehören die drei Max-Planck-Institute für Biophysik, Europäische Rechtsforschung und Hirnforschung, das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF),
die Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) und das Sigmund-Freud-Institut.
Fast 100 Jahre (bis 1990) war Frankfurt Sitz des Paul-Ehrlich-Instituts (heute in Langen).
Weitere wichtige naturwissenschaftliche Einrichtungen in Frankfurt:
Forschungsinstitut und Naturmuseum Senckenberg und die Zoologische Gesellschaft Frankfurt von 1858 e.V., die vor allem mit dem Namen Bernhard Grzimek verbunden wird.
Einzigartig in Deutschland isr das Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS), das sich mit interdisziplinärer Spitzenforschung im Bereich theoretischer Naturwissenschaften befasst. Mit der Bündelung bestehender Einrichtungen zum House of Finance im 2008 hat Frankfurt seinem Rang als bedeutender Standort für Wirtschafts- und Finanzforschung untermauert.
Hochschulen
16 Hochschulen, Fachhochschulen und Akademien sorgen für weltweit anerkannte Leistungen, darunter die Frankfurt School of Finance & Management – FSFM (vorher: Hochschule für Bankwirtschaft – HfB) und die Städelschule für Bildene Künste.
Kristallisationskern in der “Wissenschaftsstadt” Frankfurt ist die Goethe-Universität. Sie wurde 1914 als erste von Bürgern gestiftete Universität gegründet und ist 2008 nach einigen Jahrzehnten als Hochschule des Landes Hessen zur Organisationsform der Stiftungsuniversität zurückgekehrt. In 16 Fachbereichen bietet sie 39.119 Studierenden, darunter 6.459 internationalen Studierenden (WS 2010/2011), ein breites Fächerstudium. Mit zukunftsweisenden Projekten hat sie sich einen Platz unter den führenden Forschungsuniversitäten gesichert.
Die Universität hat vier Standorte: Campus Bockenheim (Pychologie, Informatik und Mathematik, Erziehungs- und Gesellschaftswissenschaften), Campus Westend (Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Kultur- und Sprachwissenschaften, Theologie), Campus Riedberg (Naturwissenschaften) und Campus Niederrad (Medizin, Klinikum). Im Zuge einer umfassenden Standortneuordnung soll der Campus Bockenheim voraussichtlich bis 2014 aufgegeben werden.
Die Goethe-Universität verfügt über mehr als 55 Stiftungslehrstühle und -professuren. 11 Leibniz-Preisträger sind aus ihr hervorgegangen, darunter der Philosoph Jürgen Habermas. Zu den Nobelpreisträgern, die nach 1945 an der Goethe-Universität studierten oder lehrten, gehören: die Physiker Max Born, Hans Bethe, Gerd Binning, Horst Störmer und Peter Grünberg, die Mediziner Günter Blobel und Christine Nüsslein-Volhard, die Chemiker Alexander Robert Todd, Karl Ziegler und Hartmut Michel sowie der Wirtschaftswissenschaftler Reinhard Selten.
Im Rahmen der bundesweiten Exzellenzinitiative zur Förderung der Spitzenforschung in Deutschland konnte sich die Goethe-Universität in den Bereichen Biochemie, Medizin und in den Geisteswissenschaften profilieren. Damit werden bis 2011 insgesamt mehr als 100 Millionen Euro nach Frankfurt fließen. Außerdem ist die Universität wesentlich an sieben Projekten des hessischen Exzellenzprogramms LOEWE beteiligt.
Wissenschaftliche Bibliotheken
Es gibt in Frankfurt an die 300 Bibliotheken, Sammlungen und Archive; sie stellen knapp 3.000 Lesesaalplätze zur Verfügung. Allein der Bestand der 35 größten Einrichtungen umfasst insgesamt über 16 Millionen Medien.
Frankfurt am Main ist einer von zwei Standorten der Deutschen Nationalbibliothek, die mit der lückenlosen Sammlung der deutschen und deutschsprachigen Publikationen ab 1913 betraut ist. Der Frankfurter Standort umfasst alle in Deutschland erschienenen Veröffentlichungen des ab 1945 sowie die Veröffentlichungen des deutschsprachigen Exils zwischen 1933 und 1945. Der Bestand zählt rund 8,9 Milionen Einheiten. (2010)
Mit ca. 5,4 Millionen Einheiten und 12.000 laufenden Zeitschriften gehört die Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg zu den zentralen wissenschaftlichen Bibliotheken in der Bundesrepublik Deutschland. Hervorgegangen aus der alten wissenschaftlichen Bibliothek hat sie ein sehr altes Pflichtexemplarrecht aus dem 16. Jahrhundert für Frankfurt und archiviert zahlreiche historische Sammlungen und Nachlässe, darunter der Nachlass von Arthur Schopenhauer.
Die Universitätsbibliothek Frankfurt dient zudem der überregionalen Literaturversorgung nach Maßgabe der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Im Verbund der Frankfurter Museumsbibliotheken sind 14 Museen, das Institut für Stadtgeschichte, die Städelschule und das Bürgeramt mit ca. 250.000 Medien erfasst.
Schulen/Aus- und Weiterbildung
Frankfurt verfügt über 165 weiterführende Schulen und Grundschulen. Dazu kommen 16 internationale und bilinguale Schulen plus 11 ausländische Schulen. 16 Berufsschulen und 23 Privatschulen vervollständigen das breite Bildungsangebot in der Stadt.

Präsentiert vom Presse- und Informationsamt der Stadt Frankfurt am Main